Donnerstag, 7. Juni 2012

Von der Unschuld mordender Mütter

Da bringt wieder einmal eine Mutter ihr Kind um, gesteht die Tat und doch fällt der Presse nichts zu ihrer Schuld ein. Statt dessen findet sich ein ellenlanger Bericht über den bösen Lebensgefährten dieser Frau:

SPIEGEL

Da wird schwadroniert, die Frau sei selbst 'Opfer häuslicher Gewalt' gewesen, ihr Lebensgefährte habe schon einmal eine Frau zu Tode geprügelt und sei verurteilt worden. Kein Wort davon, dass die Kindsmörderin sich diesen Mann selbstbestimmt ausgesucht hat, mit ihm sogar ein Kind gezeugt hat.
Dafür um so mehr Worte davon, dass der Lebensgefährte 'der Frau ins Gesicht geschlagen und deren Tochter so gestoßen, dass sie gegen die Wohnungseinrichtung knallte'.
Kein Wort davon, dass die Täterin sich vielleicht von so einem Mann hätte trennen können, dass es seit Jahren ein Gewaltschutzgesetz gibt, dass das Land von opfersuchenden Frauenhäusern förmlich überquillt, dass der Mord an einem völlig wehrlosen Kind verwerflich sein könnte.
Kein Wort davon, dass Frauen sonst gerne als enorm stark, emotional intelligent, sozial besonders kompetent, moralisch überlegen, als Führungskräfte geboren und überhaupt als bessere Menschen apostrophiert werden. Wenn es passt, wird die emanziperte Frau - schwupps - wieder zum armen, bemitleidenswerten Opfer, das für seine Taten nicht selbst verantwortlich ist.
Wir dürfen vermutlich eine knallharte Bewährungsstrafe erwarten plus anschließender Kuscheltherapie und uns weiter wundern, warum in erster Linie Männer die Gefängnisse bevölkern und warum hier niemand eine Gleichstellung der Geschlechter fordert.