Montag, 18. Juli 2011

Millionen Männer und Knaben in Afrika leben ohne Zugang zu sanitärer Grundversorgung

'Ziel der Kampagne ist es insbesondere, darauf aufmerksam zu machen, dass WASH kein geschlechtsneutrales Thema ist, sondern Männer und Jungen von fehlendem Zugang zu sauberem Trinkwasser, fehlenden Toiletten und schlechter Hygiene weit schwerer betroffen sind als Frauen. Millionen Männer und Knaben in Afrika leben ohne Zugang zu sanitärer Grundversorgung. Damit Männer in Afrika nicht um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie müssen.'

Würde eine solche Kampagne nicht von sämtlichen Frauenverbänden, Kirchen, Sportvereinen und Bundesregierungen sofort und mit Recht als frauenfeindlich und sexistisch gegeißelt werden? Wir dürfen getrost davon ausgehen, und tatsächlich existiert eine solche Aktion für Männer nicht. Was auch sinnvoll scheint, denn die Cholera, um nur ein Beispiel zu nennen, pflegt sich ihre Opfer nicht nach Geschlecht auszusuchen.

Dagegen halten es 'Brot für die Welt', diverse Fußballvereine und die deutsche Bundesregierung es für eine richtig gute Idee, wash-united.org mit einer fast wortgleichen Kampagne zu unterstützen - im tatsächlich veröffentlichen Text und auf den Plakaten sind allerdings 'Männer' durch 'Frauen' ersetzt und 'Jungen' durch 'Mädchen'.
Wenn das Thema Wasserversorgung nicht so ernst wäre, könnte dieser Hinweis auf weiblichen Wassermangel direkt amüsieren: 'Da Wasserholen in Afrika traditionell Frauensache ist, bedeutet dies, dass Millionen Frauen und Mädchen täglich 6 Kilometer und mehr zurücklegen müssen, um Wasser für ihre Familien heranzuschaffen.'
Offensichtlich haben die Damen in Afrika also durchaus Zugang zu frischem Wasser, 'Brot für die Welt' und Konsorten sähen es nur lieber, wenn Männer ihnen das Wasser heranschaffen und WCs bauen würden.

1 Kommentar:

  1. Jungen und Männer eignen sich eben nicht zum Opfer.

    Selbst wenn Misshandlungen zu 100% Jungen betreffen, sprechen unsere Medien nur von "Kindern". Hier z.B.:

    "Kinder werfen Steine – und landen vor Militärgericht
    Massenhafte Verurteilungen minderjähriger Palästinenser in Israel angeprangert"

    http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/palaestinenserkinder_werfen_steine__und_landen_vor_militaergericht_1.11467209.html

    In der zugrunde liegenden Studie erfährt man, dass sich unter diesen Hunderten von "Kindern" praktisch keine Mädchen befinden.

    http://www.btselem.org/download/201107_no_minor_matter_eng.pdf

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