Mittwoch, 20. Juli 2011

Die Frauen des 20. Juli? Welche Frauen?

Politik und Medien werden nicht müde, die Stärke und Überlegenheit von Frauen auf allen Gebieten zu betonen. Wenn es jedoch um Revolution gegen ein Unrechtsregime oder einen Diktator geht, ist von Frauen allgemein wenig zu bemerken - die jüngsten Bilder aus arabischen Ländern sprechen eine deutliche Sprache. Das war auch unter Hitler nicht anders. Die Wähler des deutschen Diktators waren 1933 zwar in erster Linie weiblichen Geschlechts, das Attentat auf ihn am 20. Juli 1944 aber ging allein auf Männerkonto, die Damen hielten sich zurück.

Diese historischen Tatsachen passen nicht ins frauenzentrierte Weltbild, da hilft, wie jedes Jahr am 20. Juli, ein wenig Geschichtsklitterung:

'Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat 67 Jahre nach dem Attentat auf Adolf Hitler den Widerstand gegen die Nazi-Diktatur gewürdigt.
Wowereit sagte am Mittwoch, die Männer und Frauen hätten ihr Leben eingesetzt, um die nationalsozialistische Gewaltherrschaft zu stürzen ... '
(rbb).

Keine einzige Frau hat am 20. Juli 1944 ihr Leben eingesetzt. Damit können die Damen heute offenbar nicht leben, es gab sogar einen Film mit dem Titel 'Die Frauen des 20. Juli'. Werbetext: 'Dieser Film setzt den Frauen ein Denkmal, die für die Ideale des 20. Juli das größte Opfer brachten: ihre Männer und Väter.'
Vergleichbares findest sich in Büchern, z.B. 'Mit dem Mut des Herzens'. Zwar wird hier keine Attentatsbeteiligung von Frauen herbeigeschummelt, aber 'Zwölf Frauen stehen hier stellvertretend für viele, die den 20. Juli 1944 als Schicksalstag erlebten. Ihre Männer, meist junge Offiziere und Diplomaten, wurden verhaftet, gefoltert, getötet ...' Wohlgemerkt: Die Männer, und nur sie.

Zu Deutsch: Frauen haben sich am 20. Juli zwar nicht einmal ansatzweise gegen Hitler engagiert, sollen aber dennoch als Hauptopfer dastehen, damit das feministische Selbstbild von der überlegen-starken Opferfrau keinen Schaden davonträgt. Wer einmal googeln mag, wird im ganzen Internet diesen haarsträubenden Unsinn von den 'Männern und Frauen des 20. Juli' finden.

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