Dienstag, 26. Juli 2011

Buchtipp Michael Klonovsky - Der Held: Ein Nachruf

De mortuis nil nisi bene - wie es sich für einen Nachruf gehört, gibt es über den Toten nichts auf negative Weise Beschriebenes zu lesen. Mit kühlem Herzen und spitzer Feder präsentiert Klonovsky eine faktenreiche Polemik gegen Feminismus, Männerverachtung und Genderwahn. 'Das menschliche Gehirn hätte sich ohne die biologische Zweiheit der Geschlechter niemals so weit entwickelt, dass es sogar Theorien wie jene ersinnen konnte, diese Zweiheit sei ein soziales Konstrukt', schreibt er.
Der kurze Text ist eine gelungene Bestandsaufnahme des Zeitgeistes, der kritiklosen Überhöhung alles Weiblichen, er wirft die richtigen Fragen auf, gibt jedoch keine Antworten. Der Leser gewinnt bald den Eindruck, dass der Autor nicht den opferbereiten Helden der Vergangenheit selbst schätzt, sondern eher seinen Gestus und seine kraftvollen Sprüche. Helden heute findet er kaum noch, aktuell allenfalls unter männlichen japanischen Atomarbeitern, die in Fukushima ihr Leben für die Gemeinschaft einsetzen. Wir dürfen aber mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass schon bald von den 'Arbeiterinnen und Arbeitern' dort die Rede sein wird.

Wer sich mit Feminismus und der damit einhergehenden Abwertung von Männern und ihren Leistungen beschäftigt hat, wird nicht so enorm viel Neues erfahren.
Insgesamt aber eine lesenswerte, sprachlich geschliffene und streckenweise auch amüsante Streitschrift!
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