Freitag, 18. März 2011

Unwertes männliches Leben

"Die japanische Regierung hat den Betreibern des stark beschädigten AKW verboten, seine Mitarbeiter von der Anlage abzuziehen. Wie die Zeitung "Mainichi Shimbun" berichtet, hatte Tepco am Montag Sorge über die Sicherheit seiner Angestellten geäußert. Regierungschef Naoto Kan habe aber die Bitte, die Mitarbeiter abziehen zu dürfen, zurückgewiesen ... Ein namentlich nicht genannter Vertreter der Betreibergesellschaft sagte dem Blatt, dies bedeute, die Arbeiter sollten sich der Strahlung aussetzen und "sterben" ... " (SPIEGEL)

Ob die japanische Regierung wohl ähnlich unnachgiebig reagiert hätte, wenn die Mitarbeiter der Anlage weiblich wären?

Interessant scheint in diesem Zusammenhang die Hilfe der tschechischen Regierung für ihre Bürger in Japan - sie sollen ausgeflogen werden. Ausgewählt allerdings nicht etwa nach Bedürftigkeit, sondern nach Geschlecht, "with women and children having priority" (Prague Daily Monitor).

Kommentare:

  1. Man kann Japan NICHT mit Deutschland vergleichen. Ich kenne die Japaner und weiss, dass dortige Frauen, die Japanerinnen, eine sehr grosse Achtung vor ihren Männern haben. Es ist das glatte Gegenteil von dem, was westliche Männer im Feminismus-Wahn zur Zeit durchmachen. Für diese Männer stellt sich im Gegenzug überhaupt nicht die Frage, wer in die Presche springt. Während sich die Männer dort des Respektes und der Anerkennung für ihre Lebensgefährliche "Mission", seitens ihrer Frauen, gewiss sein können, würde der westliche Mann, verstrahlt und halb tot am Boden liegend, von "unseren Grazien" um die Ohren gehauen bekommen, dass AKWs ja schliesslich männliche Erfindungen seien, die sollen gefälligst selbst ihren Dreck wegräumen. Ich finde, dass ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied! Japanische Männer wissen, wofür sie ihr Leben riskieren, und Frauen, ganz nach dem Titanic-Prinzip, schützen. Westliche Männer haben diesen Luxus, im Hinblick auf die "holde" Weiblichkeit zumindest, leider nicht mehr.
    Es bleiben eigentlich "nur" die Kinder, das eigene Leben und der geografische Standort Deutschland- man möchte ja in der Heimat bleiben. Die Frauen aber, vor allem die A.Schwarzers dieser Welt, fallen weg, werden aber als Nutzniesser davon Profitieren, dass es noch andere Gründe dafür gibt, wofür sich ein solches Opfer lohnt.

    AntwortenLöschen
  2. Es mag sein, dass in Japan die Verhältnisse gänzlich andere sind, insbesondere was das Geschlechterverhältnis betrifft. Trotzdem ist das Verbot der japanischen Regierung für einige männliche Mitarbeiter der Betreiberfirma Tepco wahrscheinlich ein Todesurteil, der Befehl, sich zu opfern und sein Leben für die Gemeinschaft herzugeben. In dieser Hinsicht allerdings unterscheidet sich Japan nicht von uns. Es sind immer die Männer, ganz selbstverständlich die Männer, von denen erwartet wird, dass sie sich opfern.

    Wenn in Japan das Geschlechterverhältnis nicht derart vergiftet ist wie bei uns, dann ist das erfreulich und macht die Sache etwas erträglicher. Trotzdem ist es doch ungeheuerlich, dass einige Männer gezwungen werden, ihr Leben herzugeben. Was für Männer sind das? Bei uns würden in einem worst case scenario möglicherweise Harz4-Empfänger herangezogen, denn der unwerteste aller Männer ist der Mann an der Basis der sozialen Pyramide. Das Titanic-Prinzip besagt, dass selbst der Mann aus der ersten Klasse die geringere Überlebenschance hat als die Frau aus der dritten.

    AntwortenLöschen
  3. Darüber könnte man zwar diskutieren, tendenziell aber stimme ich dir ein Stück weit zu. Andererseits bedeutet dies auch wiederum große Ansprüche an die Leistungsbereitschaft japanischen Männer - Zuneigung für ihren Charakter allein bedeutet das jedenfalls nicht.

    Nur - dass Japan historisch aus einer anderen Richtung kommt, bedeutet nicht, dass moderne Gedanken - und als solchen verstehe ich die Gleichwertigkeit von männlichem und weiblichem Leben - nicht ebenso aufgenommen werden können. Während der letzten 130 Jahre wurden sehr viele Gedanken übernommen, bzw. eingepasst, warum nicht auch dieser? 同意しないのですか?

    AntwortenLöschen