Sonntag, 27. Juni 2010

Bitte keine Quoten-Frauen!

'Eine Quote wird gewöhnlich immer dann gefordert, wenn es nichts zu verlieren, aber viel zu ergattern gibt. Es ist ein Luxusphänomen. Die Frauenquote zeigt dies deutlich. Niemand fordert sie für die Müllabfuhr, den Bergbau, den Katastrophenschutz oder die Afghanistan-Truppe. Bräche morgen in Deutschland ein Krieg aus oder die Energieversorgung dauerhaft zusammen, wir würden keinen Mucks mehr von Frauenquoten hören ...' (Focus)

Ein bemerkenswerter Kommentar zum Thema Frauenquote - noch bemerkenswerter, dass er in einem Mainstreammedium zu lesen ist.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Frauenunterdrückung: Jedes vierte Mädchen wird 100

'... Die Zahl der Hundertjährigen wird sich in Deutschland nach einer Studie innerhalb von 50 Jahren verzwanzigfachen. Ein Mädchen, das dieses Jahr geboren wird, hat demnach eine Lebenserwartung von fast 93 Jahren. Bei den Jungen sind es knapp 88 Jahre. Jedes vierte heute geborene Mädchen wird nach den Berechnungen 100 ...' (n-tv)

Hohe Lebenserwartung ist bekanntlich ein Zeichen von guten Lebensbedingungen. Eigenartig, dass Frauen trotz allgegenwärtiger patriarchaler Unterdrückung 5 Jahre länger leben werden als ihre Unterdrücker.

Die weibliche Überlegenheit ist eine Mär

'Eine neue Untersuchung widerlegt gängige Vorurteile: Beim Multitasking sind alle gleich schlecht – egal ob Mann, Frau, jung oder alt ... Der Studie zufolge stimmt es auch nicht, dass Frauen besser als Männer mehrere Aufgaben gleichzeitig handhaben können ...' (Welt)

Nun wird niemand ernsthaft behaupten wollen, dass eine Studie mit derart wenigen Teilnehmern viel beweisen kann - allerdings dürfte der Erfinder des Märchens der angeblich reichlich vorhandenen weiblichen Multitaskingfähigkeit damals nicht mehr vorzuweisen gehabt haben als blühende Fantasie. Immerhin haben wurde diese Story von weiblicher Überlegenheit von den Damen nur allzu gern geglaubt und es dürfte schwer werden, ihnen den Quatsch wieder auszureden - wie viele Studien man auch anführen mag.

Montag, 21. Juni 2010

Deutschlands einziges Männerhaus

'Deutschlands einziges Männerhaus liegt im brandenburgischen Ketzin. Das Haus im grünen Havelland bietet Männern, die Opfer partnerschaftlicher Gewalt wurden, Asyl ... nicht nur Frauen, auch das vermeintlich starke Geschlecht wird in Beziehungen weitaus öfter geprügelt und gedemütigt als öffentlich bekannt. "In Deutschland traut sich kaum jemand, offen über dieses Problem zu sprechen", sagt Gettner. Von der Politik wurde das Thema lange ignoriert. Rund 400 Frauenhäuser gibt es in Deutschland, ein flächendeckendes Netz mit breiter finanzieller Unterstützung. Eine Einrichtung für geschlagene Männer sucht man jenseits von Ketzin vergebens ... In den Augen von Gerhard Amendt verhält sich die deutsche Politik "schlicht ignorant". Der emeritierte Universitätsprofessor leitete das Bremer Institut für Geschlechter- und Generationenforschung und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema fraulicher Gewalt gegen Männer. "Ich benenne eine Realität, die man nicht wahrhaben möchte", sagt Amendt. Und die sehe so aus: Frauen sind in Partnerschaften genauso gewalttätig wie Männer - Verhältnis 1:1. "Das haben rund 200 internationale Studien bestätigt, die erste im Jahr 1985", erläutert Amendt. "Wir müssen uns endlich von der Illusion verabschieden, dass nur Männer gewalttätig sind." ...' (n-tv)

Erfreulich, dass es inzwischen Medien wie n-tv gelingt, über männliche Opfer und mögliche Hilfe für sie zu berichten, ohne von Frauen als 'eigentlichen Opfern' zu schwadronieren.

Sonntag, 20. Juni 2010

Gleiche Rechte, gleiche Pflichten!

'Gleiche Rechte, gleiche Pflichten!
von Alice Schwarzer

Ist die nur für Männer geltende Wehrpflicht gerecht und überhaupt noch zeitgemäß? EMMA-Herausgeberin Alice Schwarzer verneint beides. Sie erinnert die Politiker an den Auftrag des Verfassungsgerichts, eine Gerechtigkeitslücke zu schließen.

Wir leben in Zeiten, in denen Deutsche sinnlos am Hindukusch sterben und Soldatinnen und Soldaten von „gerechten Interventionen“ traumatisiert in die Heimat zurückkehren. Will ich mich da allen Ernstes im Namen des Gleichheitsprinzips für eine Wehrpflicht für beide Geschlechter starkmachen? Nein, will ich nicht. Schließlich bin ich ja schon gegen die Wehrpflicht für Männer, und außerdem stehen die Zeichen längst auf Berufsarmee.

Dennoch: Es bleibt, dass die einseitige Wehrpflicht für Männer ungerecht und nicht mehr zeitgemäß ist. Bereits kurz nach Öffnung der Bundeswehr für die Frauen 2001 habe ich darum in EMMA für eine „Dienstpflicht“ für beide Geschlechter plädiert, bei der Frauen wie Männer wählen können: Ob sie nun den Wehrdienst oder ein soziales Jahr (beziehungsweise Halbjahr) absolvieren ...

Diese dem Gleichheitsprinzip klar widersprechende Ungleichheit ist in dem Land der einst so kriegerischen Männer und noch immer fürsorglichen Mütter tatsächlich immer noch rechtens. Am 10.April 2002 ließ das Verfassungsgericht als Antwort auf eine Klage verlauten, die Politik solle die Frage der Geschlechtergerechtigkeit bei der Wehrpflicht entscheiden, und zwar mit „politischer Klugheit und ökonomischer Zweckmäßigkeit“. Doch die Politik schweigt seither zu dieser Frage. Warum? Dazu gibt es in Zeiten von Kanzlerin und Vätermonaten für Babys schließlich keinen Grund mehr. Denn zu Recht lautet die Devise heute: Gleiche Rechte für Frauen und Männer – was selbstverständlich auch die gleichen Pflichten mit sich bringt ...'

Cicero

Ich staune.