Sonntag, 12. Dezember 2010

BMW ohne Frauenpower - ein Erfolgsmodell

Da gibt es ein großes bayrisches Unternehmen, dass schon seit Jahrzehnten Spitzenautos baut. Vor einiger Zeit lief es nicht ganz so rund, man hatte ein britisches Unternehmen zugekauft und sich dabei ziemlich verhoben. Die Männer krempelten ihre Ärmel hoch, brachten das Unternehmen voran, das jetzt glänzend dasteht und zu den DAX-Gewinnern gehört - ganz ohne Frauenpower. Derlei darf nicht sein, findet das Handelsblatt:

'Mehr Frauen in Spitzenpositionen - das würde vielen Unternehmen gut tun ... Nun sagt auch BMW, die Zahl der weiblichen Führungskräfte in den kommenden zehn Jahren verdoppeln zu wollen ...'

Weshalb eigentlich mehr Frauen in Spitzenpositionen Unternehmen gut tun sollten, erläutert das Handelsblatt leider mit keiner Silbe; Vermutlich handelt es sich um eine gefühlte Diagnose, schließlich sagen das ja alle und dann muss es irgendwie stimmen. Interessant ist aber durchaus, wie sich die Litanei 'Mehr Frauen in Führungspositionen' verselbständigt, auch wenn die Führung bei BMW mit nur sehr wenigen Frauen offensichtlich bestens funktioniert.
Vermutlich werden sich erfolgreiche Unternehmen künftig ein paar nutzlose Vorzeige-Quotenfrauen in der Führungsetage leisten müssen, um nicht etwa als frauenfeindlich oder unmodern zu gelten. Probleme wird es im zyklischen Autogeschäft dann geben, wenn die Geschäfte wieder schlechter laufen - Daimler hat in der letzten Krise bewußt Frauen von Entlassungen verschont und lieber Männer entlassen, wegen der Gleichstellung. Das kann schnell enden wie bei HP, bei der HRE oder gar wie bei Quelle.
Man darf gespannt sein, wann die Quotendamen den bisherigen Erfolg von BMW, mit dem sie so gar nichts zu tun hatten, als Sieg weiblich-überlegener Strategie verkünden. Lange wird es bestimmt nicht dauern.

Kommentare:

  1. Sehr schön.

    Ich bin derzeit gerade in der glücklichen Lage, zwei Jobangebote zu haben. Eines von BMW, das andere von Audi. Bisher habe ich mich noch nicht entschieden.

    Aber dieses "Frauenfördermodell" würde es mir als Mann potentiell schwerer machen, mich im beruflichen Wettbewerb gegen Kolleginnen durchzusetzen. Audi hat solch ein Programm meines Wissens nach nicht. Bisher war ich indifferent, für welches Unternehmen ich mich entscheiden sollte. Jetzt habe ich einen Favoriten..

    Btw: Audi wird Firmenintern von BMW derzeit als der stärkste Wettbewerber betrachtet. Daimler mittlerweile nicht mehr. Ob es wohl auch daran liegen könnte, dass auch hier 2007 ein Frauenförderprogramm im Wege der "Diversity" eingeführt wurde?

    Link: http://www.daimler.com/dccom/0-5-659599-49-881753-1-0-0-0-0-0-36-7145-0-0-0-0-0-0-0.html

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  2. Ganz bestimmt ist Daimler wegen den Frauen nicht mehr so erfolgreich. Das ist sehr logisch. Moment ich hol mal eben die Tachentücher.

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  3. Es geht nicht um die Frauen, die ebenso qualifiziert sind wie Männer. Es geht darum, dass neben dem Prinzip, dass Leistung Garant für eine Beförderung ist, ein weiterer Faktor hinzukommt: Bevorzugung, aus welchem Grund auch immer.

    Wenn es die herrschende Unternehmensphilosophie ist, dass nur die Leistungsstärksten befördert werden, richtet sich das Personal darauf aus.

    Existieren daneben aber noch andere, offensichtliche oder gar öffentlich bekannt gemachte Beförderungskriterien, so wird sich auch daran das Personal ausrichten.

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