Donnerstag, 2. September 2010

Zahl der Falschbeschuldigungen gestiegen

'In Deutschland ist seit den achtziger Jahren die Meldequote gestiegen. Wurden 1985 noch 5919 Vergewaltigungen angezeigt, waren es 1995 bereits 6175. Im Jahr 2006 wurden 8118 Vergewaltigungen angezeigt. Die Zahl der Fälle, in denen Anklage erhoben wurde, stieg unterdessen nicht. 1985 wurde in 1480 Fällen Anklage erhoben, im Jahr 2006 nur in 1365 Fällen – trotz deutlich höherer Meldezahlen. Auch der Anteil der verurteilten Täter im Verhältnis zu den Anzeigen ist gesunken: 1985 lag er bei 20 Prozent, 2006 nur bei 13 Prozent ...' (welt)

Die angesichts dieser Zahlen nahe liegende Vermutung, dass angesichts der Risikolosigkeit für Täterinnen schlicht die Anzahl der Falschbeschuldigungen deutlich gestiegen ist, kommt im Artikel einer Miriam Hollstein nicht zum Ausdruck.
Vielmehr wird mit Formulierungen wie 'Aufklärungsquote von Vergewaltigungen sinkt' der Eindruck erweckt, eine Zunahme von Vergewaltigungen sei Realität und nur Gesetzgebung samt 'Beweisschwierigkeiten' des angeblichen Opfers verhinderten eine Verurteilung.
Wird jemand freigesprochen oder nicht verurteilt, ist der Fall durchaus 'aufgeklärt', auch wenn diese Vorstellung dem Feminismus zuwiderlaufen mag. Wenn es in 87 % der angezeigten Vergewaltigungen nicht zu einer Verurteilung kommt, stellt sich die Frage, ob es rechtstaatlich angemessen sein kann, die offenbar stark wachsende Zahl der Falschbeschuldigerinnen weiterhin ungestraft zu lassen.

Kommentare:

  1. Das Problem an der Sache ist ja, dass in den Fällen, in denen es zu keiner Verurteilung kommt, dass Gegenteil häufig auch schwer nachzuweisen ist.
    Aber in der Tat sollte eine falsche Anschuldigung angesichts der Folgen für den Beschuldigten nicht als Bagatelldelikt abgetan werden.

    AntwortenLöschen
  2. Hier ist genau das Problem, denn die tatsächliche Anzahl von Vergewaltigungen kann statistisch nicht erfasst werden.

    Die Zahl der Verurteilungen ist nur ein Indiz für die Zahl der Vergewaltigungen, denn es gibt auch Fälle in denen jemand zu Unrecht verurteilt worden ist.

    Im Gegenzug sind nicht alle Fälle in denen es nicht zu einer Verurteilung gekommen ist auch Falschbeschuldigungen, denn eine Vielzahl von Tätern wird "aus Mangel an Beweisen" juristisch zu Recht, sachlich zu Unrecht freigesprochen.

    Wissenschaftlich gefestigt ist wohl die Tatsache, dass es deutlich mehr Vergewaltigungen gibt, als Strafanzeigen. Dieses lässt sich an den Auswirkungen, wie z.B. psychischer Behandlungen wegen Vergewaltigung, feststellen. Exakt ist dies aber auch nicht, weil Psychologen gerne mal die Diagnose "Vergewaltigungstrauma" stellen, wenn es grade in Mode ist.

    Es bleibt letztendlich ein Delikt, welches häufig nicht nachgewiesen werden kann.

    Das ist ja die Perversion des Falls Kachelmann, wenn es tatsächlich eine Falschbeschuldigung war, dann schadet dies nicht nur Kachelmann, sondern vorallem den Opfern einer "echten Vergewaltigung" waren. Eine Verurteilung wäre aus "politischen Gründen" sinvoller, da sie die Position der Opfer stärkt. Aber darf jemand nur aus politischen Gründen verurteilt werden? Ist das Problem der Diskussion nicht, dass hier ein Einzelfall -in dem eine Falschbeschuldigung aufgrund von Indizien wahrscheinlich ist- dazu genutzt wird "echte Vergewaltigungsopfer" zu diskreditieren bzw. aufgrund der Prominenz versucht wird, eine Verurteilung aus "politischen Gründen" zu erreichen?

    AntwortenLöschen