Freitag, 3. September 2010

Elter2 statt Vater

' ... Mit einer neuen Sprachregelung will der Europarat der geschlechterspezifischen Diskriminierung vorbeugen. In einem Leitfaden empfiehlt der Rat den 47 Mitgliedsstaaten, eine „nicht sexistische Sprache“ voranzutreiben. Dabei hatten die Straßburger Abgeordneten offenbar vor allem das weibliche Geschlecht im Blick. Die Darstellung von „Frauen zu Hause“ sei ein traditionelles Rollenbild, das die Gleichstellung der Geschlechter hemme, heißt es in der Resolution ... Für Amtschreiben etwa ist es in der Alpenrepublik inzwischen verbindlich, nicht mehr die Begriffe von Mutter und Vater zu verwenden, sondern die neutrale Wortschöpfung „Elter“. Das soll letztlich auch homosexuellen Paaren mit adoptierten Kindern zugute kommen. Die hätten dann nicht mehr zwei Mütter oder Väter, sondern Elter 1 und Elter 2 ... Aber auch in Deutschland blieben die Gender-Kämpfer nicht tatenlos. In einem Antrag auf Elterngeld in Niedersachsen etwa heißt es: „Im Antragsvordruck werden die neutralen Bezeichnungen 'Elternteil 1' und 'Elternteil 2' verwendet. Damit wird eine Vorfestlegung auf 'Mutter' und 'Vater' vermieden ...'(Kölner Stadt-Anzeiger)

Sehr gut! Konsequenterweise sollten aber auch Begriffe wie 'Tochter' und 'Sohn' eliminiert werden, sinnvoll wären vielleicht 'Kind1' und 'Kind2', wobei 'Kind' auch irgendwie diskriminierend und herabwürdigend klingt. Vielleicht sollten die Familienmitglieder nur durchnummeriert werden, also 'Müller-Schmalz1', 'Müller-Schmalz2'. Denkbar wären auch Versionsnummern wie bei Software - und lustig wird es bei der Elter2schaftanerkennung und dem Elter1schaftspass. Natürlich sollen aber weiterhin nur Männer zwangsweise das Elter2land verteidigen, vorher jedoch das Elter2unser beten.

Kommentare:

  1. Ich bin immerhin zuversichtlich, dass das alle für bescheuert halten werden. Elter ist einfach kein Wort. Und die Worte "Vater" und "Mutter" sind einfach zu gebräuchlich

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  2. Christian,

    dass alle etwas 'für bescheuert halten' schließt bekanntlich nicht aus, dass genau dieses etwas Realität wird. Als vor nicht wenigen Jahren gefordert wurde, Homosexuelle sollten heiraten und Kinder adoptieren können, hielten ebenfalls 'alle' ein solches Ansinnen für 'bescheuert'. Ehe ging nur zwischen Mann und Frau. Und wie sieht es heute aus?

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  3. Naja, bescheuert hin oder her - "gendergerecht" bringt die Hirnbolzen ja überall zu scheinbar neutralen Neuformulierungen, z.B. Studierende statt Studenten, behördliche Neutralisierungsformulierungen etc.

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