Samstag, 3. Juli 2010

"Der entwertete Mann" von Walter Hollstein

Im Merkur ein lesenswerter Artikel von Walter Hollstein unter dem Titel "Der entwertete Mann".

Walter Hollstein legt keine Kampfschrift vor, sondern eine Analyse und den Versuch einer historischen Einordnung - in weiten Teilen durchaus gelungen. Er übersieht leider, dass der von feministischer Gesetzgebung und Rechtsprechung betroffene Mann normalerweise kein Geschichtsstudium braucht, um erlittenes Unrecht zu erkennen und daher erstmal spontan das 'Feminat' angreift, weil er allerorten in den Institutionen und Politik (Frauenministerium, Frauenbeauftragte, Frauenquoten etc.) allein Fraueninteressen massiv vertreten und Männerinteressen vernachlässigt sieht.

Was mir in dem Aufsatz fürs Männerbild fehlt, ist ein Hinweis auf die Bedeutung der Weltkriege, aus denen Männer entweder gar nicht oder als Verlierer heimkehrten, mit entsprechenden Bildern. Frauen blieb dieses Image immer erspart und Frauen lieben immer - Sieger. Allein aus Kultur und Literatur lässt sich die Entwertung des Männlichen schwerlich ableiten.

Was mir außerdem zu kurz kommt, ist die Bedeutung effektiver Verhütungsmittel, vulgo 'Pille', die so etwas wie eine 'Frauenbewegung' und die mit ihr einhergehende Männerverachtung erst ermöglicht hat.

Kommentare:

  1. siehe Kommentare 'qed'
    http://www.brainlogs.de/blogs/blog/geschlechtsverwirrung/2010-07-02/lese-empfehlung-der-entwertete-mann


    "Was mir außerdem zu kurz kommt, ist die Bedeutung effektiver Verhütungsmittel, vulgo 'Pille', die so etwas wie eine 'Frauenbewegung' und die mit ihr einhergehende Männerverachtung erst ermöglicht hat."

    Das ist wesentlich! De- facto- Oberhoheit über die Zeugung!

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  2. Ja, mit der Pille hat alles angefangen, von da an mussten Frauen nicht mehr auf den Zufall hoffen, um NICHT schwanger zu werden, sondern hatten volle Kontrolle über ihre Lebensplanung. Grauenvoll! Was mich nun als geneigte Leserin interessieren würde, ist, was Sie, Herr Gogolin, als Alternative sehen würden. Der Großteil Ihrer Geschlechtsgenossen ist ja durchaus der Fleischeslust nicht abgeneigt, dennoch (man glaubt es kaum) ist ein 19jähriger Abiturient nicht immer willens, in diesem zarten Alter Vater zu werden... Und das Kondom gewinnt meiner persönlichen Erfahrung nach in ihren "Kreisen" auch keine Beliebtheitswettbewerbe. Also, was tun?

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  3. Frollein M.,

    meine Bemerkung war nicht als Kritik an Verhütungsmitteln oder weiblicher Kontrolle über eine Schwangerschaft zu verstehen.

    Das Ausbleiben von massenhaft Nachwuchs hatte und hat jedoch Auswirkungen auf das Leben von Frauen, die nun nicht mehr, wie Jahrtausende vordem, automatisch Mütter sind. Man hat ja damals gedacht, die neue Freiheit wäre nur angenehm und positiv, dabei aber übersehen, dass das fehlende Muttersein inklusive unausgelebtem Brutpflegetrieb ein Vakuum im Dasein vieler Frauen hinterlassen hat, mit Wirkung nicht nur auf das eigene Leben, sondern auch mit einer drastischen Änderung der Wahrnehmung und Wertschätzung von Männern.

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