Freitag, 5. März 2010

In dubio pro Frau

'Weil er in einem Bad Karlshafener Restaurant eine junge Frau begrapscht hatte, ist ein 47-jähriger Pizzabäcker wegen sexueller Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muss er 150 Sozialstunden leisten ... In dem Prozess vor dem Amtsgericht Kassel hatte der Angeklagte am Donnerstag die Tat bis zuletzt abgestritten. Dabei hatte der Vorsitzende Richter, Gerd Krämer, ihn gleich zu Anfang gewarnt. „Viele meinen, bei einer Aussage-gegen-Aussage-Situation könnten sie nicht verurteilt werden. Das stimmt aber nicht.“ ... Nach einer anzüglichen Bemerkung über ihre Brüste, hatte er der heute 19-Jährigen in den Ausschnitt gefasst. Der Angeklagte wollte von all dem nichts wissen. Er behauptete, gar nicht über das nötige Vokabular für Anzüglichkeiten zu verfügen. Denn Deutsch ist nicht seine Muttersprache. Er bezeichnete die Frau als gute Schauspielerin. ... Ein vom Verteidiger angeregtes Gutachten, um die Glaubwürdigkeit der Frau zu untersuchen, hatte das Gericht abgelehnt. Es bestehe keinerlei Anlass, an ihren Angaben zu zweifeln, betonte Richter Krämer. Der Verteidiger meinte trotzdem, Widersprüche in der Aussage der 19-Jährigen ausgemacht zu haben. So hatte sie angegeben, damals gelegentlich in der Pizzeria ausgeholfen zu haben, während Inhaber und Kellner dies vor Gericht nicht bestätigen wollten ... ' (HNA)

Waren das noch Zeiten, als grundsätzlich 'im Zweifel für den Angeklagten' galt. Damals diente das Attribut 'Frau' noch nicht als unwiderlegbarer Beweis, die Glaubwürdigkeit einer Frau konnte überprüft werden. Vorbei diese finsteren, patriarchalen Zeiten! Frauen lügen nicht, basta!
Bemerkenswert ist auch das Strafmaß, das in etwa dem für eine Mutter entspricht, die ihr Baby umgebracht hat.

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