Donnerstag, 25. Februar 2010

Offener MANNdat Brief: Gesetz gegen Beschneidung

Gesetzentwurf des Bundesrates
Drucksache 867/09 (Beschluss) 12.02.10
Gesetz gegen Beschneidung

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit o.g. Drucksache wird dem Bundestag ein Gesetzentwurf vorgelegt, der jegliche Art der Beschneidung von Mädchen auch außerhalb von Deutschland ächtet, Beschneidung von Jungen jedoch nicht, unabhängig davon, wie und mit welchen Konsequenzen sie durchgeführt wird.

Die Initiatoren und Initiatorinnen dieses Gesetzes ignorieren, dass eine Beschneidung an Jungen gleichermaßen einen irreparablen Eingriff an einem Kind darstellt, gegen den es sich nicht wehren kann. Es geht dabei um nichts weniger als um eine Verletzung der körperlichen Unversehrtheit und der Selbstbestimmung - und somit um Gewalt gegen Jungen.

Selbst bei einem operativen Eingriff mit strenger medizinischer Indikation können schwerste Komplikationen auftreten. Allein die Anzahl der Narkoseunfälle bei Beschneidungen von Babys in den USA wird auf mehrere hundert pro Jahr geschätzt. Weltweit werden aber Beschneidungen von Jungen mit primitivsten Werkzeugen und ohne Narkose vorgenommen, was nicht selten zu bleibenden Schäden, Zeugungsunfähigkeit oder gar zum Tode führt. In Südafrika sterben beispielsweise jährlich etwa 100 Jungen infolge solcher Beschneidungen.

Durch die Ausgrenzung von Jungen aus der Schutzwürdigkeit wird Gewalt gegen Jungen toleriert, wird die Unteilbarkeit der Menschenrechte ignoriert und die Verpflichtung zu einer geschlechtsneutralen Gesetzgebung missachtet.

Wir appellieren an Sie, den Gesetzesentwurf dahingehend zu ändern, dass auch die Beschneidung von Jungen weltweit zu ächten ist. Eine Beschneidung darf, außer bei akuten medizinischen Indikationen, überhaupt nur an volljährigen Personen mit deren ausdrücklichem Einverständnis vorgenommen werden.
©MANNdat e.V.

Kommentare:

  1. Ein schönes Beispiel, das belegt, wie blind sämtliche Feministinnen in allen Parteien sein wollen.

    Nur fixiert, auf die eigene OpferINNEN-Rolle.
    Blind für Gewalt gegen Jungen. Selbst wenn da zig pro Jahr sterben daran!

    Sexistinnen halt.
    Selbst eine Vorschrift zur geschlechterneutralen Formulierung von Gesetzestexten hilft da nicht.

    Erschreckender Sexismus des selbsternannten besseren Geschlechts!

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  2. Der Unterschied zwischen der männlichen und der weiblichen Beschneidung ist, dass ein Mann nur bei einer missglückten Beschneidung Schmerzen erfährt. Eine Frau muss ihr Leben lang bei jeglichen Handlungen im genitalen Bereich (also auch z.B. bei der Verrichtung ihrer Notdurft) teils unerträgliche Schmerzen erleiden. Sie sollten sich schämen, wegen billiger Effekthascherei das Leid dieser Frauen zu schmälern! Eine Vorhautbeschneidung ist in keinster Weise mit dem Abtrennen der kompletten äusseren Geschlechtsteile zu vergleichen!

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  3. @Anonym (Beitrag vom 1. März 2010): Die Beschneidung ist keine von Frauen erfundene, zur Kastration des Mannes dienende Demütigung, sie stammt aus einer altertümlichen Zeit, und wurde ursprünglich erfunden, um das Geschlechtsleben der Sklaven und der Unterschicht zu kontrollieren (ohne dabei die Fruchtbarkeit einzuschränken), und bestimmt nicht von Frauen. Ich möchte nicht einmal erklären, welche gesundheitlichen Vorteile eine korrekt durchgeführte Beschneidung haben kann, ebenso wenig wie ich noch ein paar PATRIARCHALE Religionen, in denen Beschneidung der Jungen und Männer Pflicht ist, anführen will. Weswegen es hier spezifisch als *männerverachtend* hingestellt und als unverhältnismäßig weniger angeprangert gegenüber der weiblichen Beschneidung, die allem anderem als einem gesundheitlichen Zweck dient, und dem Mädchen NUR Schaden zufügt, kann ich nicht verstehen. Es ist dermaßen unlogisch, dass sich mir die Haare sträuben. Wenn Sie so sehr gegen die Beschneidung des männlichen Geschlechts sind, dann setzen Sie sich eben dagegen ein, aber tun Sie bitte nicht so, als seien die Frauen dazu verpflichtet, einen (angeblichen?) Missstand aufzuzeigen, für den sie nicht mal verantwortlich sind. Sie setzen sich ja auch nicht gegen die (erheblich schädlichere) Beschneidung der Mädchen ein, nicht wahr? Eher im Gegenteil, Sie bagatellisieren sie (indem Sie behaupten, die männliche Beschneidung sei genauso schlimm, was sie nicht ist, denn Männern wird nicht das beim Sex Empfindsamste genommen, und ihnen wird nicht der Penis zugenäht, sodass Körperflüssigkeiten nur noch erschwert entweichen können), und finden allein die Tatsache, dass Frauen sie anprangern, männerfeindlich - warum sollen sich Frauen dann um Ihre Belange kümmern?

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  4. Richtig so! Was nicht sein darf, kann auch nicht sein!

    Und weil die Beschneidung von Jungen bei weitem nicht so schlimm ist wie die Beschneidung von Mädchen, soll das auch bitteschön so bleiben!
    Echt klasse!

    Hat eigentlich irgendwann mal jemand zugesehen, wenn ein männlicher Säugling beschnitten wird? Wie herzergreifend er schreit? Weil er so große Schmerzen hat?
    Aber das darf gerne so bleiben, weil ja die weibliche Beschneidung viiiieeeel schlimmer ist?

    Sagt mal, merkt hier eigentlich irgendjemand noch irgendwas?

    NIEMAND setzt sich hier ausschließlich gegen die Beschneidung von Jungen ein! Im Gegenteil: beides muss geächtet werden!
    NIEMAND bagatellisiert die weibliche Beschneidung und ihre Folgen. Im Gegenteil! Sie ist durchaus einschneidender und weitaus schlimmer als die männliche. Aber brauchen deshalb Jungen und Männer nicht davor geschützt werden? Oder sind die Damen und Herren Feministen der Auffassung, dass es Jungen durchaus zugemutet werden kann, weil es ja eben weit weniger schlimm ist?

    Nein, es ist egal, ob "nur schlimm" oder "viel schlimmer". Beides ist und bleibt eine Misshandlung, aus welchen Gründen auch immer, und gehört unter Strafe gestellt.

    Die Kritik von MANNdat bezieht sich darauf, dass die einmalige Chance vertan wird, Mädchen UND Jungen gleichsam zu schützen.

    Die Tatsache, dass feministischerseits nicht ohne zu zögern eingelenkt wird und die Forderung nach einer geschlechterneutrale Formulierung im Gesetzestext nicht nur nicht unterstützt, sondern sogar bekämpft wird bzw. wurde - ja, das ist ohne Zweifel männerfeindlich!

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  5. Sehr geehrte Damen und Herren,

    Genitalverstümmelung ist zur Hauptsache ein Problem in Ländern, in denen die Männer Frauen unterdrücken, rücksichtslose Machos sind und sich selbst beweisen wollen, wie potent und männlich sie angeblich sind. Der Männlichkeitswahn wiederum ist ein Grund für das weltweite Bevölkerungswachstum, das insgesamt zur grössten Bedrohung der Menschheit geworden ist.

    Unsere Initiative für weltweite Geburtenregelungen stärkt auch die Rechte der Frauen und Mädchen, wie das Recht auf körperliche und psychsiche Unversehrtheit, sowie das Recht auf freie Entscheidung über Nachkommenszeugung und Schwangerschaft.

    Berichten Sie daher über die folgende Kampagne bei change.org für weltweite Geburtenregelungen und unterstützen Sie diese mit Ihrer Unterschrift, in Ihrer Zeitschrift und auch auf Ihrer Homepage: http://chn.ge/1bSmBDH

    Mit freundlichen Grüßen
    Achim Wolf

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  6. Werfen wir einen Blick auf die anatomischen Fakten. Die Vorhaut, nicht die Eichel, ist der für leichte Berührung sensibelste Teil des Penis. Im Durchschnitt enthält die Vorhaut über 73 Meter Nervenfasern und bis zu 20.000 überwiegend spezialisierte Nervenenden einschließlich Meissner-Körperchen, Vater-Pacini-Körperchen, Rufini-Körperchen und Merkel-Zellen. Diese spezialisierten Nervenenden können selbst leichteste Berührungen und Temperatur- und Texturunterschiede registrieren. Damit ist die Vorhaut sensibler als die Lippen oder die Fingerspitzen. Im Vergleich dazu befinden sich auf der Glans penis nur rund 4.000 überwiegend unspezialisierte freie Nervenenden, sogenannte Nozizeptoren, die lediglich Schmerzreize aufnehmen können. Letztlich wird durch die Zirkumzision nicht nur ein Großteil der Nervenendigungen des Penis insgesamt entfernt, sondern darüber hinaus fast alle der besonders empfindlichen niedrigschwelligen spezialisierten Nervenendigungen. Nach der Beschneidung sind die verbliebenen etwa 4.000 Nervenendigungen der nun permanent entblößten Eichel von einer lebenslang stetig wachsenden Hornhaut umgeben. Die Sensibilität der Eichel wird infolge dieser Keratinisierung mit zunehmendem Alter immer geringer.

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