Donnerstag, 4. Februar 2010

Diskriminierung für ein höheres Ziel?

Nachdem das Welternährungsprogramm in Haiti Lebensmittel-Abgabestellen nur für Frauen eingerichtet hatte, habe ich diverse Hilfsorganisationen per mail befragt, ob mit den Spenden Männerdiskriminierung betrieben werde. Die Antworten lauteten einhellig nein, wir diskriminieren Männer in Haiti nicht.

Die aktion-deutschland-hilft.de schreibt mir (Auszug):

'Ihre Spende wird ganz sicher nicht zur Diskriminierung von Männern eingesetzt, das ist weder Sinn noch Ziel unserer humanitären Hilfe für die Erdbebenopfer in Haiti. Dass Frauen bei der Nahrungsmittelverteilung berücksichtigt werden, hat allein den Grund, dass es bei der Verteilung an Betroffene, bei denen auch Männer anwesend waren, zu Rangeleien und Auseinandersetzungen kam. Um das zu verhindern, werden die Nahrungsmittel vorrangig an Frauen ausgeteilt...'

Aber Männer bekommen auch etwas Schönes:

' ...Außerdem, und das ist wohl eher Männersache, werden Werkzeuge verteilt, um den Schutt abräumen und ggf. erste Wiederaufbaumaßnahmen und Ausbesserungsarbeiten vornehmen zu können ;-) ...'

Essen für Frauen und Werkzeuge für Männer - wenn das nicht gerecht ist?

' ...Und besser, es gibt jetzt Regelungen als dass alle Menschen in Haiti hungern müssen, oder?'

Oxfam schrieb mir:

'... Es geht in keiner Weise um Diskriminierung von Männern!
Auch Oxfam sorgt bei der Verteilung von Trinkwasser und anderen Hilfsgütern dafür, dass Frauen und Kinder Vorrang haben ... Wenn Frauen Vorrang eingeräumt wird, werden daher die anderen Gruppen ebenfalls versorgt ...'


Eine freundliche Dame der Diakonie teilte telefonisch mit, dass Frauen einfach lieber teilen und gerechter seien. Das sehe man auch ganz deutlich in Afrika, wo Männer wegen eines besseren Jobs in die Städte gingen und doch nur scheiterten. Wenn man dagegen Frauen Geld gebe, kauften die davon besseres Essen, gebe man Männern Geld, kauften die oft bloss ein Radio. Auf meine Frage nach alleinstehenden Männern hatte sie keine Antwort und erwähnte das Programm "Cash for Work", das Männern Arbeit ermögliche.
Mein Einwand, dass Männer wegen der Familien bessere Jobs suchen würden, um bessere Lebensbedingungen zu ermöglichen, wurde damit begenet, dass die Kleinkreditprogramme für Frauen so enorm erfolgreich seien und 'alle' etwas davon hätten.
Nur einmal bekam ich die Dame von der Diakonie zum Stutzen - als ich fragte, wie sie es denn finden würde, wenn nach allgemeiner Meinung Männer die gerechten wären und es deshalb Nahrung nur für Männer gäbe.

Helpage.de lässt mich wissen:

'Sie haben natürlich recht, dass eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts (also in diesem Fall zuungunsten der Männer) nicht stattfinden sollte ... Zum einen garantieren Frauen erfahrungsgemäß besser, dass Hilfe den Familien insgesamt zugute kommt ... halten wir es für besser, in solchen Situationen wie in Haiti oder anderen Katastrophen bei der Hilfsgüterverteilung die benachteiligten Gruppen (Alte, Behinderte, Frauen, Kinder) z.B. durch eigene Warteschlangen und gesonderte Ausgabe zu "bevorzugen" ...'

Plan schreibt:

' ... Prinzipiell geht es bei der Idee, Lebensmittel an Frauen auszuhändigen nicht darum, Männer zu diskrimieren. Die Realität vor Ort ist oft, dass Frauen sich eher um die Familie kümmern. Hinzu kommt in Haiti die traurige Situation, dass viele Männer die Familien verlassen haben und die Frauen allein erziehend sind. Die Vorgehensweise des WFP wird jedoch kritisch betrachtet, da diese Vorgehensweise verständlicherweise den Unmut der Männer auslöst und befürchtet wird, dass Frauen Gewalt ausgesetzt werden ...'

Fazit: Niemand will Männer diskriminieren, aber aus guten Gründen tun es alle.

Was eigentlich sollen hungrige junge Männer tun, die von Nahrung ferngehalten werden und die Frauen mit 25-kg-Reissäcken entdecken? Richtig - und dann können wir wieder allgegenwärtige Männergewalt anprangern und haben gute Gründe, Frauen zu bevorzugen und uns dabei gerecht zu fühlen.

Kommentare:

  1. Frauengruppen fordern ausdrücklich "Nahrungsverweigerung" für Männer
    http://www.the-spearhead.com/2010/01/14/amidst-haiti-disaster-womens-groups-seek-to-deny-relief-to-men/

    Polizei in Haiti erschießt Mann wegen einem Sack Reis
    http://femokratieblog.wgvdl.com/polizei-haiti-erschiest-mann-wegen-reis/02-2010/

    Abgesehen davon sind Frauen das genetisch wertvollere Material.
    http://forum.spiegel.de/showpost.php?p=4942845&postcount=483

    'Die Welthungerhilfe hat ihr Verteilungssystem optimiert: Inzwischen lässt man sich von UN-Soldaten eskortieren und verteilt nur noch an Frauen.'
    https://freemailng0605.web.de/jump.htm?goto=http%3A%2F%2Fwww.welt.de%2Fvermischtes%2Farticle6226690%2FHaiti-am-Nullpunkt-wie-Deutschland-nach-dem-Krieg.html

    'Ein Großteil der Männer in den hinteren Reihen wird hungrig bleiben, wenn der Konvoi wieder abzieht'.
    https://freemailng0605.web.de/jump.htm?goto=http%3A%2F%2Fwww.welt.de%2Fdie-welt%2Fpolitik%2Farticle5878074%2FHaiti-rutscht-in-die-Anarchie.html

    Unsere Brüder auf Haiti brauchen vor allem eins: Waffen! Macht die femifaschistische Brut der NGO's nieder! Jagt sie wie Karnickel! Freßt sie! Fackelt sie ab! Nehmt euch, was sie euch zum Leben verweigern!

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  2. Dein Bemühen um Erhellung der Hintergründe um die skandalösen Praktiken bei der Nahrungsverteilung in Katastrophengebieten ist wahrlich verdienstvoll.

    Vielleicht solltest Du Deine Erkenntnisse dem Deutsches Zentralinstitut für
    soziale Fragen/DZI (http://www.dzi.de/), welches als Siegelwahrerin für seriöse Spendensammler fungiert, mitteilen und auch sie um Stellungnahme bitten. Vermutlich rundet die Antwort Deine Studie ab.

    Freilich könnte auch ich anfragen. Aber Du hast die originalen Aussagen der NGO - Tanten...

    Herzlichen Gruß!

    Narrowitsch

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