Donnerstag, 28. Januar 2010

Schlagen, beissen, boxen, treten

'... In Basel tötete eine 52-Jährige ihren Partner mit einem Messerstich ins Bein, und in Bern wurde Edwald C., nachdem eine Kaffeekanne auf seinem Schädel zertrümmert wurde, mit lebensbedrohlichen Verletzungen in die Intensivstation eingeliefert.

Nur selten endet weibliche Verärgerung in Liebesbeziehungen mit Toten, aber die Liste tätlicher Angriffe, ausgeführt durch Frauenhand, lässt sich beliebig fortsetzen. Im Kanton St. Gallen gingen 39 Prozent aller polizeilich registrierten Übergriffe im Bereich der häuslichen Gewalt auf das Konto von Frauen (2008), in Zürich waren es rund 25 Prozent. Gesamtschweizerisch fehlt es an Zahlen, aber die Dunkelziffer von weiblichen Attacken, die nicht zur Anzeige kommen, wird als sehr hoch eingeschätzt. Mittlerweile gehen die Experten davon aus, dass in der Schweiz pro Jahr nicht nur Zehntausende von Frauen durch ihren Partner misshandelt werden, sondern – je nach Quelle ebenso viele Männer betroffen sind.

Bisher glaubte man, Frauen würden handgreiflich, um sich gegen prügelnde Ehemänner und Liebhaber zu verteidigen. «Das akzeptierte Klischee, dass Frauen immer die Opfer und Männer immer die Täter sind, ist falsch», sagt der deutsche Sozialwissenschaftler Bastian Schwithal. Im Rahmen seiner Dissertation («Weibliche Gewalt in Partnerschaften») analysierte der 33-Jährige über hundert internationale Untersuchungen und ist zum Schluss gekommen: «Von Australien über Kanada bis Südafrika: Frauen sind in Beziehungen genauso gewalttätig wie die Männer.» ...'

Weltwoche

Wir dürfen davon ausgehen, dass Politik und Medien realitätsunabhängig weiterhin das schön gruselige Bild vom männlichen Täter und vom weiblichen Opfer malen werden. Es sind inzwischen einfach zu viele Pöstchen und Institutionen, die staatliches Geld für Frauenunterstützung erhalten. Darauf möchte kein Frauenministerium, keine Frauenhausbetreiberin und keine feministische 'Wissenschaftlerin' verzichten und so dürfen wir auch weiterhin das Märchen vom Daueropfer 'Frau' und Dauertäter 'Mann' lesen. Aber es handelt sich eben auch nur um ein Märchen, wenngleich um ein teures.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen