Donnerstag, 3. Dezember 2009

Unicef - besonders für Mädchen

Eben erhielt ich eine Bettelmail von Unicef. Auszug:

'... Mit Hilfe von Spenden aus Deutschland konnte UNICEF schon 680 Schulen neu bauen oder instand setzen. 80.000 Lehrer wurden geschult, Hunderttausende Kinder mit Schulmaterial versorgt.
Besonders für Mädchen und für viele Waisen ist diese Hilfe unverzichtbar: In der Schule erfahren sie Gemeinschaft. Sie werden selbstbewusster und lernen, sich vor Gefahren wie AIDS zu schützen. Und meist tun sie später alles dafür, dass auch ihre eigenen Kinder zur Schule gehen können ...'


Wie schön, dass für die Jungen die Erfahrung von Gemeinschaft, Selbstbewußtsein und Schutz vor AIDS völlig unerheblich sind und männliche Kinder daher keiner Hilfe bedürfen. Und wenn die Jungen irgendwann Väter sind, darf es ihnen auch einerlei sein, ob der Nachwuchs zur Schule geht ...

Update: Natürlich habe ich eine entsprechende Mail an UNICEF geschickt, am 23.12.2009 kam die Antwort:

'Sehr geehrter Herr Gogolin,

vielen Dank für Ihre E-Mail und Ihr Interesse an UNICEF. Natürlich richten sich die UNICEF-Programme an alle Kinder - auch an Jungen.

Es ist aber leider so, dass Mädchen weltweit häufig so stark benachteiligt werden, dass ihre Überlebenschancen beeinträchtigt sind. Sie bekommen weniger zu essen als ihre Brüder, dürfen seltener zur Schule gehen, erhalten weniger häufig eine medizinische Versorgung und müssen bedeutend früher im Haushalt helfen. Eine höhere Sterblichkeitsrate bei Mädchen, Unterernährung und Analphabetismus sind die Folgen. Nach Schätzungen von UNICEF sterben allein rund eine Million Mädchen kurz nach der Geburt oder in den ersten Lebensjahren. Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Homepage unter http://www.unicef.de/maedchen.html.

Mit adventlichen Grüßen

Wiebke Eckau
Grundsatz und Information
______________________
UNICEF Deutschland


Erwartungsgemäß gibt es bei UNICEF keine Unterseite für 'Jungen'. Interessant wäre, wie UNICEF die trotz der angeblichen Benachteiligung so sehr viel höhere weibliche Lebenserwartung auch in den Entwicklungsländern erklärt - aber ich werde mir die Nachfrage bei diesem feministischen Verein sparen.

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