Freitag, 30. Oktober 2009

'Sie versuchen es immer mit Frauen'

Angesichts der holprigen Wahl von Thüringens Ministerpräsidentin erst im dritten Anlauf bezieht Heide Simonis Stellung in der Tagesschau:

'... tagesschau.de: Christine Lieberknecht ist in den ersten beiden Wahlgängen durchgefallen. Ist das für Sie ein Déjà-vu-Erlebnis?

Heide Simonis: Mir hat es zunächst die Sprache verschlagen. Jetzt komme ich wieder zu mir und sage: Es wundert mich nicht. Sie versuchen es halt immer mit Frauen.

tagesschau.de: Will man in Deutschland keine Frauen als Ministerpräsidenten?

Simonis: Ja, das glaube ich. Aber das gilt auch für andere Betätigungsfelder. Ich habe gelesen, dass es keine einzige Frau gibt, die in Deutschland als Vorstandsvorsitzende eines DAX-notierten Unternehmens agiert. Die Männer wollen uns nicht, sie mögen uns nicht. Zum Teil verachten sie uns sogar. Egal, ob es sich um einen Posten in der Wirtschaft oder einen hohen Posten in der Politik handelt: Frauen müssen immer kämpfen ...'


Ja, schrecklich, Frauen müssen immer kämpfen, während Männer, alle wie sie da sind, solche Posten hinterhergeworfen bekommen. Praktisch jeder Mann ist Spitzenpolitiker oder Vorstandsvorsitzender.

Frau Simonis hat offenbar 'vergessen', dass es männlichen Kandidaten bei derart knappen Wahlen nicht besser ergangen ist:

In Sachsen fiel Regierungschef Georg Milbradt (CDU) im November 2004 im ersten Wahlgang durch. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) verpasste im Juni 1996 beim ersten Anlauf sein Ziel. Reinhard Höppner wurde 1994 erst im dritten Wahlgang zum Chef einer rot-grünen Minderheitsregierung von Sachsen-Anhalt gewählt. Nicht zu vergessen die Niederlage des niedersächsischen SPD-Kandidaten Helmut Kasmier für die Nachfolge von Alfred Kubel (SPD) im Januar 1976. Bei der Abstimmung erhielt er nur 75 und damit nicht alle erforderlichen 78 Stimmen von SPD und FDP.

Alles Frauen? Einerlei, Hauptsache, Frau kann sich mal wieder als Opfer in Szene setzen. Wozu da die störende Realität bemühen?

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