Mittwoch, 2. September 2009

Gläserne Decken überall?

Seit Jahren versuchen Frauen, statt mit Einsatz und Leistung über die Jammernummer auf gut bezahlte Jobs zu kommen. Ein durchaus erfolgversprechender Weg, wie wir von anderen selbst ernannten Opfergruppen wissen. Heute wird auf n-tv wieder einmal das beliebte Märchen von den imaginären 'gläsernen Decken' bemüht, gegen die eigentlich überlegene Frauen dauernd mit den Köpfen tonken, wenn sie Karriere machen wollen:

'... Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer - und eine Kanzlerin noch längst keine Gleichstellung ... Bundeskanzlerin Angela Merkel, hat es selbst gesagt: "Was die Gleichberechtigung betrifft, ist die Wirtschaft immer noch der geschlossenste Bereich der Gesellschaft." ...'

Wobei der grandiose semantische Trick, aus der 'Gleichberechtigung', von der die Kanzlerin sprach, das glatte Gegenteil, die 'Gleichstellung' zu machen, gewiß für eine Spitzenposition qualifiziert.

'... "Durch die Bundeskanzlerin entsteht in der Öffentlichkeit vielleicht ein schönes Bild von Frauen in Führungspositionen", sagt Corinna Kleinert vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). In Wirklichkeit aber sei es für Frauen nach wie vor schwierig, in die Führungsriege vorzustoßen ... Die Luft ist dünn für Frauen an der Spitze. Die gläserne Decke können sie oft nicht durchstoßen ...''

Während es für Männer ohne Zweifel ein Leichtes ist, wie nebenbei mal eben in eine Führungsposition aufzusteigen; was man schon daran erkennt, dass 98% aller Männer feist in Führungspositionen sitzen, die sie zudem noch durch pures Mannsein und gemeines Ausgrenzen von Frauen via selbst gebauter Glasdecken erreicht haben.

"Außerdem sind Führungspositionen fast immer in Vollzeit. Teilzeit ist nichts um Karriere zu machen."

Selbstverständlich ist Frauen keinesfalls zuzumuten, wie Männer Vollzeit zu arbeiten - so weit soll die 'Gleichstellung' denn nun doch nicht gehen. Gleichstellung meint die Gleichstellung nur hinsichtlich Bezahlung und Führungsposition, nicht etwa beim Zeit- und Arbeitsaufwand. Die übliche Rosinenpickerei also.

1 Kommentar:

  1. Etwas Besseres als solche Artikel, regelmäßig, wenn möglich täglich publiziert, wie hier mit den immer gleichen Textbausteinen und den allerabgedroschensten Phrasen garniert, kann uns als Männerbewegung doch kaum passieren. Er fördert nämlich den Überdruss an diesem und anderen Frauen-"Benachteiligungs"-Themen enorm und wird dazu führen, dass noch immer mehr Menschen solche Meldungen überlesen oder schnell auf ein anderes Programm umschalten. Er trägt so dazu bei, dass feministische Fragestellungen und Aspekte noch weniger Rückhalt in der Bevölkerung genießen, als das jetzt schon der Fall ist. In diesem Sinne: Mehr davon! Zum Glück kann man sich in dieser Hinsicht auf n-tv, Spiegel etc. nun wirklich verlassen.

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