Mittwoch, 9. September 2009

"Gesetz zur Verbesserung der Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern"

Es gibt in der Wirtschaft durchaus Bereiche, in denen für die gleiche Leistung unterschiedlich hohe Löhne gezahlt werden - beispielsweise bekommen Leiharbeiter deutlich weniger Geld als die Stammbelegschaft. Eine Ungleichheit, von der SPD gemacht und in erster Linie nur Männer betreffend, daher nicht der Rede wert.
Nun ist Wahlkampfzeit und Arbeitsminister Scholz hat mit Blick auf das weibliche Wählerpotential das alte feministische Märchen von der Ungleichbezahlung aufgrund des Geschlechts ausgegraben:

'...Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) will Frauen vor Lohndiskriminierung schützen ... Im Durchschnitt verdienen Frauen in Deutschland 23 Prozent weniger als Männer. Darin sieht Scholz ein Indiz "für die fortbestehende Ungleichbehandlung von Frauen im Erwerbsleben" ...Scholz schlägt vor, durch statistische Verfahren künftig "zuverlässige Informationen" über geschlechtsspezifische Entgeltunterschiede ermitteln zu lassen. Liegen solche vor, sollen Betriebsrat und Antidiskriminierungsstelle des Bundes in einem besonderen Verfahren vom Arbeitgeber die Durchsetzung gleicher Bezahlung für gleichartige Tätigkeiten verlangen können ...' (n-tv)

Natürlich, der Herr Scholz möchte nur 'Frauen' schützen, Männer dürfen mit seinem Segen ruhig diskriminiert werden. Männer sind es schließlich, die mit ihrer Arbeit und entsprechenden Transferleistungen (Unterhalt/Rente/Krankenversicherung etc.) ermöglichen, dass Frauen es im Job teilzeitiger angehen lassen und sich den Karrierestress lieber nicht antun.

Dabei gibt es noch viel schröcklichere Ungerechtigkeiten: die Schulnoten! Obwohl alle Schüler einer Klasse dieselben Aufgaben zu lösen haben, bekommen sie völlig unterschiedliche Zensuren. Das geht gar nicht, davor muss man doch irgendwie schützen, vielleicht wenigstens die Mädchen, die wehrlosen, die künftig bestimmt diskriminierten. Die Tatsache, dass schlechtere Schüler schlechtere Noten bekommen als gute, ist ganz eindeutig ein Indiz für Ungleichbehandlung. Ich schlage vor, dass eine Antidiskriminierungsstelle in Zusammenarbeit mit Schulleiterinnen die Durchsetzung gleichartiger Noten für gleichartige Klausuren in einem besonderen Verfahren von den Lehrerinnen verlangen kann.

Kommentare:

  1. Lustig die Passage, die aussagt, dass "zuverlässige Informationen" über Entgeltunterschiede gesammelt werden sollen. "Zuverlässig" sind sicherlich nur die Informationen der feministisch verseuchten Gewerkschaften und Antidiskriminierungsstellen. Was aber, wenn sich in verschiedenen Fällen "zuverlässige Informationen" darüber finden sollten, dass Frauen mehr Geld bekommen als Männer (das gibt es bekanntlich, und nicht gerade selten)? Ob die professionellen Frauenerlöser dann wohl auch tätig werden?

    Auch das mit den Betriebsräten und Antidiskriminierern, die beim Arbeitgeber gleiche Bezahlung durchsetzen können sollen, ist nichts als ein schlechter Witz. In der Praxis gibt es, durch unzählige Studien bestätigt, kaum eklatante Fälle von gezielter Minderbezahlung aufgrund des Geschlechts. Zieht man Ausbildung, Berufserfahrung, Betriebszugehörigkeit usw. zum Lohnvergleich hinzu, wird man kaum bösartige Diskriminierung aufgrund des Geschlechts finden können. Das hat eine der wenigen vernünftigen SPD-Politikerinnen, die damalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt, schon 2003 gesagt. Sie hat in ihrer Partei leider kein Gehör gefunden, wie's scheint...

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  2. Gegen Lohndiskriminierung anzugehen gibt es mittlerweile mehr als genug Rechtsgrundlagen :

    Art. 3 GG
    § 612 Abs. 3 Satz 1 BGB (seit 1980), dieser Inhalt wurde 2006 in den § 2 Abs. 1 Nr. 2 AGG umgesetzt.
    Auf europäischer Ebene ist der Grundsatz der ntgeltgleichheit in Art. 141 EG-Vertrag verankert.
    1975 wurde der Grundsatz der Entgeltgleichheit in der EU-RL 75/117/EWG verankert. Weitere Richtlinien zur Thematik sind 76/207/EWG (seit 2006 : 2002/73/EG sowie 2006/54/EWG.

    (Quelle : Positionspapier zur Entgeltgleichheit (Equal pay) von Frauen und Männern, BDA, 2009, S. 4 und S. 10).

    http://www.ftd.de/politik/deutschland/:interview-strategie-merkels-warme-worte-fuer-die-frauen/558751.html?page=2

    “SPD-Arbeitsminister Olaf Scholz fordert neuerdings Gesetze, auf die sich Frauen bei ungleicher Bezahlung berufen können. Gemacht hat er keins in den vergangenen Jahren. ”

    Wenn man das liest dann fragt man sich ob unsere Politiker regelmäßig weitergeschult werden? Geschweige denn unser Papageienjournalismus?

    Der FOCUS hat das Thema 23% Lohnschere kürzlich treffend analysiert. Meine Empfehlung an unseer Politiker : Lesen und Lernen.

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  3. Und täglich leiert die 23-Prozent-Tibetanische-Gebetsmühle…. weil Frauen für gleiche Arbeit doch angeblich mal wieder 23 Prozent weniger
    verdienen…..
    Also empören wir uns auch ob solcher Diskriminierung. Nur: Es stimmt
    einfach nicht, ist vielmehr ein arger Missbrauch statistischer
    Globaldaten.
    Denn erstens: Welche Firma ist so idiotisch, jemandem für die gleiche
    Arbeit ein Viertel mehr zu zahlen? Jeder Geschäftsführer, der das
    täte, würde vom Eigentümer mit nassen Fetzen davongejagt.
    Zweitens: Wo sind eigentlich die zehntausenden Anzeigen bei den (um
    die eigene Wichtigkeit und Daseinsberechtigung ringenden) Gleichbehandlungs-Beauftragtinnen,
    die jene Statistik durch Exempel aus dem wirklichen Leben unterlegen
    würden?
    Drittens gibt es in der Tat Bereiche, wo Männer für anscheinend
    gleiche Arbeit wirklich mehr verdienen: im Fußball, im Tennis oder in
    der Kunst. Dort strömen zu den Männern in der Regel viel mehr
    Zuschauer. Sollen diese künftig immer auch Tickets für Frauenfußball
    erwerben müssen?
    Viertens, und nur hier ist staatliches Gegensteuern legitim, wählen
    auch heute noch Mädchen in Massen überbesetzte, daher schlecht
    bezahlte Berufe wie Friseurin oder Kosmetikerin. Während sie die
    außerhalb von Krisenzeiten boomenden Branchen rund um Maschinen und
    Software meiden.
    Fünftens gibt es von der Bundeswehr bis zur Lebenserwartung
    viele nicht auf dem Gehaltszettel erscheinende Bevorzugungen von
    Frauen.
    Sechstens sei auf die enormen Steuerverschwendungen unter dem Titel
    "Gender" verwiesen, auf die frauenlastige Scheidungsindustrie oder
    auf Mineralwasserfirmen, die gerne für Brustkrebs-, aber nie für die
    Prostatakrebsbekämpfung spenden.
    Siebentens sind weit mehr Männer arbeitslos.
    Und achtens zeigen zumindest deutsche Statistiken (für Österreich
    werden solche nicht erstellt), dass Männer im Schnitt viel mehr
    arbeiten. Bei den Selbständigen sind das etwa 49 Wochenstunden
    gegenüber 36 weiblichen. Von der überwiegend weiblichen Teilzeit ganz
    zu schweigen.
    Trotz all dem gelten eigentlich Frauen als unsolidarisch und Männer
    als Machos, die diese Fakten auch nur zu erwähnen wagen.

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