Montag, 10. August 2009

Alice erzählt wieder Märchen

In der Emma schwadroniert Alice Schwarzer über 'selbstbestimmte Mutterschaft':

' ... Denn Frauen, die nicht Mutter werden wollen, treiben ab; egal, was sie glauben oder nicht; egal unter welchen Umständen, selbst bei drohender Todesstrafe (wie im Dritten Reich). Sie sind es ja schließlich auch, die nicht nur neun Monate schwanger, sondern danach auch mindestens zwanzig Jahre verantwortlich sind für das Kind, nicht selten allein oder fast allein, quasi immer an erster Stelle ...'

Ich erinnere mich auch noch sehr gut an die Parole 'Mein Bauch gehört mir' und will den Damen ihr Eigentumsrecht keinesfalls streitig machen. Allerdings weigern sich die Damen bis heute konsequent, die entsprechende Verantwortung für 'ihren Bauch' und dem, was mit ihm geschieht, zu übernehmen. Bekanntlich entscheiden sie ganz allein, wann, von wem und wie viel Nachwuchs sie bekommen. Weder zu Abtreibung noch zum Gebären werden sie gezwungen. Folgen und Kosten der oft einsamen Entscheidung wollen Mütter allerdings nur ungern tragen, das mögen doch bitteschön Männer oder wenigstens der Staat als Ersatzmann übernehmen.
Leider haben Frauen niemals gelernt, dass Verantwortung bedeutet, selbst für die Folgen einer Entscheidung aufzukommen. Sie allein sind es, die schwanger werden und sollten doch, so sie das nicht wollen, einfach auf Verhütung achten. Das nennt man Eigenverantwortung und erspart Abtreibungen.

Frauen werden heutzutage sämtliche Lebensrisiken vom Staat abgenommen, wieviele Kinder sie auch von wie vielen Männern bekommen mögen, sie und ihr Nachwuchs kommen immer durch.
Leider 'vergißt' Frau Schwarzer zu erwähnen, dass Kinderkriegen für viele Frauen eine Art Notausgang aus nicht immer angenehmer Erwerbsarbeit bedeutet - es ist nämlich angenehmer, die eigenen Kinder zu betüdeln, wie man in Hamburg sagt, als sich täglich bei Lidl an der Kasse zu verwirklichen. Noch erstrebenswerter wird dieser Weg für Frauen, wenn sie ihren Wunsch nach erfülltem Mutterdasein auch noch von Männern, denen dieser Notausgang nicht offensteht, zwangsweise via Unterhalt finanziert bekommen.
Schließlich sollten wir nicht vergessen, dass viele Abtreibungen allein deswegen geschehen, weil der Vater (der als Rechtloser nicht gefragt wird, ob sein Kind abgetrieben werden soll) den Ansprüchen der werdenden Mutter auf ein Luxusleben nicht genügt.
Wenn es Frau Schwarzer tatsächlich um Verantwortlichkeit geht, sollte sie ihre Leserinnen dazu ermuntern, diese tatsächlich wahrzunehmen und für eigene Taten gerade zu stehen, statt Daueropfer zu spielen und das Patschhändchen aufzuhalten. Vielen Damen können es sich nicht recht vorstellen: Gesetze gelten auch für Frauen. Wenigstens sollte es so sein.

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