Montag, 6. Juli 2009

Nicht nur Mädchen werden beschnitten

Wenn von Genitalbeschneidung die Rede ist, wird allgemein an das barbarische Ritual gedacht, dass Mädchen in einigen Ländern der Erde angetan wird. Kommt die Sprache jedoch auf die betäubungslose Beschneidung von Jungen, wird viel Unkenntnis offenbar, z.B. bei der Bundestagsabgeordneten Kerstin Griese (SPD):

'...eine Beschneidung, wie sie religiös-kulturellen Rahmen bei Jungen vollzogen wird, ist in keiner Weise mit der bei Mädchen ausgeübten Genitalverstümmelung, bei der weibliche Geschlechtsteile teilweise oder ganz entfernt werden, zu vergleichen ...'

Vielleicht könnte der Dame mal jemand höflich mitteilen, dass die Beschneidungssaison 2008 in Südafrika 24 tote Jungen und 535 Krankenhauseinweisungen kostete. 2009 gibt es bereits 33 Tote.
Aber wir sollten von einer Abgeordneten, die angesichts der Existenz von Frauengesundheitsberichten die Behauptung, dass das Fehlen eines Männergesundheitsberichts sexistisch sei, für absurd hält, nicht zu viel erwarten. Und Frau Griese sollte sich im Gegenzug nicht allzu viele Stimmen von Männern erhoffen.

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